Vergleich gekürzter Leserbrief mit Original: ein Bumerang für die Redaktion

Gekürzter Leserbrief zur Verantwortung der Medien,12.01.2019
Gekürzter Leserbrief zur Verantwortung der Medien, 12.01.2019

Es lohnt sich ein Vergleich mit dem Originaltext → https://stahlbaumszeitfragenblog.wordpress.com/2019/01/07/alter-mann-92-ueber-die-verantwortung-der-medien-und-die-allgemeine-achtlosigkeit-leserbrief/   . Denn die Redaktion des Medienhauses Bauer tut genau das, was ich ihr vorhalte: Sie schneidet das aus dem Text heraus, was ich an ihr auszusetzen habe.

Neues Blog ersetzt alte Blogs

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Sonnenaufgang

Dieses Blog ersetzt meine drei alten Blogs bei blog.de, das am 15. Dezember 2015 seine Pforten geschlossen und alle Beiträge gelöscht hat.

Stahlbaums Zeitfragen-Blog mit neuen Bild- und Text-Beiträgen und den wichtigsten Postings aus blog.de, die für Sie/dich interessant sein könnten und aktuell geblieben sind. „Neues Blog ersetzt alte Blogs“ weiterlesen

Haut und Knochen. Alter Mann (92), abgemagert wie ein KZ-Häftling (Foto)

… am 10. März 2019 nach mehreren Stürzen

Alter Mann (92)
(Aus: „alt werden, jung bleiben“)

Ein natürlicher Alterungsprozess: Arthrose, Gewebeschwund. Darauf kann man sich einstellen und fast oder ganz ohne Schmerzen weiterleben. Denn Schmerzen entstehen im Gehirn! Man kann sie bewusst „abschalten“. Naturvölker, besonders in Asien und Afrika, beherrschen diese Technik, während wir Europäer nur jammern können und nach Schmerzmittel greifen.

 

 

Matsch. Ein Winterspaziergang am Hullerner See (Fotoserie)

Eine Barriere am Heimingshof bei Hullern (NRW) versperrt seit einiger Zeit breiten Fahrzeugen die Zufahrt zum Wanderweg rechts um den See. Kein Hindernis für die vielen Fußgänger*innen und Radler*innen, den See zu umwandern.

Letzten Sonntag waren wir hier zu viert unterwegs, mit dabei meine Frau (87), gehbehindert wie auch ich (92). Wir haben nicht geahnt, was da auf uns zukommen sollte. Denn wir haben wasserdichte Schuhe und sind daran gewohnt, auf nassen Wegen mit festem Boden zu walken. Wir haben eine Abkürzung vom Parkplatz durch das freie Gelände benutzt und gelangten auf eine breit angelegte Wegbaustelle. Der gesamte Boden ist aufgebaggert und aufgeweicht.

Matsch. Winterwanderung am Hullerner See

Uns schwante, dass wir ihn nicht betreten hätten dürfen. Er hätte an mehreren Stellen sichtbar beschildert sein müssen. Es fehlt der in bestem Amtsdeutsch verfasste Hinweis: „Dieser Weg ist wegen Bauarbeiten zur Zeit nicht öffentlich. Unbefugten ist der Zutritt untersagt.“

Wir sind jedoch weitergestakt…

Matsch. Winterwanderung am Hullerner See… und wollten eigentlich bis zu einer Abzweigung, die zur Straße nach Hullern führt. Von dort wollte meine Tochter ihr Auto holen und wir sollten ihr entgegengehen. Doch es begann dunkel zu werden. Die Sonne stand tief und war nur noch durch nackte Baumstämme zu sehen. So kehrten wir um. Kurz vor dem Heimingshof kam uns ein älterer Radler entgegen. Er saß auf einem Rad, mit dem man besser durch die Stadt fährt, und ließ sich nicht davon abbringen, weiter zu fahren…Wie weit, wissen wir nicht. Er verschwand aus unserm Blickfeld. Als wir über die Abkürzung das Auto erreichten, leuchteten nur noch die Lampen über dem Parkplatz, vor und in der  Gaststätte. Die Sonne war längst verschwunden.

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Liam Fitzpatrick: The Monk Who Taught the World Mindfulness Awaits the End of This Life

Thich Nhat Hanh bei einer Gehmeditation in Oberlethe
Thich Nhat Hanh bei einer Gehmeditation in Oberlethe am 10. – 15. Juni 2001

 

By Liam Fitzpatrick / Hue, VIetnam

January 24, 2019

 

At a Buddhist temple outside Hue, Vietnam’s onetime capital, 92-year-old Thich Nhat Hanh has come to quietly “transition,” as his disciples put it. The ailing celebrity monk—quoted by Presidents and hailed by Oprah Winfrey as “one of the most influential spiritual leaders of our times”—is refusing medication prescribed after a stroke in 2014. He lies in a villa in the grounds of the 19th century Tu Hieu Pagoda, awaiting liberation from the cyclical nature of existence.

At the gate, devotees take photos. Some have flown from Europe for a glimpse of Thay, as they call him, using the Vietnamese word for teacher. Since arriving on Oct. 28, he has made several appearances in a wheelchair, greeted by hundreds of pilgrims, though the rains and his frailty have mostly put a stop to these. On a wet afternoon in December, the blinds were drawn back so TIME could observe the monk being paid a visit by a couple of U.S. diplomats. The Zen master, unable to speak, looked as though he could breathe his last at any moment. His room is devoid of all but basic furnishings. Born Nguyen Xuan Bao, he was banished in the 1960s, when the South Vietnamese government deemed as traitorous his refusal to condone the war on communism. He is now back in the temple where he took his vows at 16, after 40 years of exile. Framed above the bed are the words tro ve — ”returning” — in his own brushstroke.

In the West, Nhat Hanh is sometimes called the father of mindfulness. He famously taught that we could all be bodhisattvas by finding happiness in the simple things—in mindfully peeling an orange or sipping tea. “A Buddha is someone who is enlightened, capable of loving and forgiving,” he wrote in Your True Home, one of more than 70 books he has authored. “You know that at times you’re like that. So enjoy being a Buddha.”

His influence has spread globally. Christiana Figueres, the former executive secretary of the U.N. Framework Convention on Climate Change, said in 2016 that she could not have pulled off the Paris Agreement “if I had not been accompanied by the teachings of Thich Nhat Hanh.” World Bank president Jim Yong Kim called Nhat Hanh’s Miracle of Mindfulness his favorite book.

The monk’s return to Vietnam to end his life can thus be seen as a message to his disciples. “Thay’s intention is to teach [the idea of] roots and for his students to learn they have roots in Vietnam,” says Thich Chan Phap An, the head of Nhat Hanh’s European Institute of Applied Buddhism. “Spiritually, it’s a very important decision.”

But practically, it risks reopening old wounds. Other Vietnamese exiles were infuriated by highly publicized visits Nhat Hanh made in 2005 and 2007, when he toured the country and held well-attended services that made international headlines. To his critics, these tours gave legitimacy to the ruling Communist Party by creating the impression that there was freedom of worship in Vietnam, when in fact it is subject to strict state controls.

Other spiritual leaders have suffered under the regime; Thich Quang Do, patriarch of the outlawed Unified Buddhist Church of Vietnam (UBCV), has spent many years in jail or under house arrest. In November, the U.S. Commission on International Religious Freedom (USCIRF), the government panel that monitors freedom of religion globally, issued a statement condemning his treatment by Hanoi. In this context, Vo Van Ai, a Paris-based spokesman for the UBCV, said Nhat Hanh’s prior visits to Vietnam “played into the government’s hands.”

The meaning of his return, therefore, carries great freight here in Vietnam. “[It] symbolizes that both he and the type of Buddhism he represents are fundamentally Vietnamese,” says Paul Marshall, professor of religious freedom at Baylor University in Texas. “For the government, this is both a challenge and an opportunity. If he lives out his life in peace, they can claim credit.”

Flourishing in Exile

Nhat Hanh has always gone his own way. He became a novice against his parents’ wishes, then left a Buddhist academy because it refused to teach modern subjects. He studied science at Saigon University, edited a humanist magazine and established a commune.

After teaching Buddhism at Columbia and Princeton universities from 1961 to 1963, he returned to Vietnam to become an antiwar activist, risking his life with other volunteers to bring aid to war-torn communities. He refused to take sides, making enemies of both North and South Vietnam. His commune was attacked by South Vietnamese troops, and an attempt was made on his life.

In 1966, as the war escalated, he left Vietnam to tour 19 countries to call for peace. He addressed the British, Canadian and Swedish parliaments and met Pope Paul VI. This proved too much for the regime in Saigon, which viewed pacifism as tantamount to collaboration with the communists and prevented him from returning. The next time Nhat Hanh saw Vietnam was during a visit in 2005.

His reputation grew in exile. Hippies set his antiwar poetry to music. In 1967, he was nominated by Martin Luther King Jr. for the Nobel Peace Prize, and in 1969 he headed a Buddhist delegation to the peace talks in Paris. He eventually based himself in southwest France, where he turned the Plum Village Buddhist monastery into Europe’s largest, and established eight others from Mississippi to Thailand. He oversaw the translation of his books into more than 30 languages. When Western interest in Buddhism went through a revival at the turn of the century, Nhat Hanh became one of its most influential practitioners.

In 1967, Martin Luther King Jr. urged the Nobel Prize committee to honor “this gentle monk from Vietnam“

Nhat Hanh taught that you don’t have to spend years on a mountaintop to benefit from Buddhist wisdom. Instead, he says, just become aware of your breath, and through that come into the present moment, where everyday activities can take on a joyful, miraculous quality. If you are mindful, or fully present in the here and now, anxiety disappears and a sense of timelessness takes hold, allowing your highest qualities, such as kindness and compassion, to emerge.

This was highly appealing to Westerners seeking spirituality but not the trappings of religion. Burned-out executives and recovering alcoholics flocked to retreats in the French countryside to listen to Nhat Hanh. An entire mindfulness movement sprang up in the wake of this dharma superstar. Among his students was the American doctor Jon Kabat-Zinn, founder of the Mindfulness Based Stress Reduction course that is now offered at hospitals and medical centers worldwide. Today, the mindfulness that Nhat Hanh did so much to propagate is a $1.1 billion industry in the U.S., with revenues flowing from 2,450 meditation centers and thousands of books, apps and online courses. One survey found that 35% of employers have incorporated mindfulness into the workplace.

Nhat Hanh’s approach has been commercially successful partly because it makes few demands, at least of beginners—unlike the more rigorous meditation advocated by that other great exponent of Buddhism in the West, the Dalai Lama. “Thich Nhat Hanh provides a simple version of Buddhism, but I would not say it is oversimplified,” explains Janet Gyatso, Hershey Professor of Buddhist Studies at Harvard University’s Divinity School. The “basic philosophy is the same” as that of the Dalai Lama, she says. “Mindfulness and compassion.”

Courting Controversy

In an unpublished interview he gave to TIME in 2013, Nhat Hanh declined to say if he wanted to return home for good. Instead he praised Vietnam’s youthful dissidents. “If the country is going to change, it will be thanks to this kind of courage,” he said. “We are fighting for freedom of expression.”

In fact, the situation for all rights in Vietnam is critical. During Nhat Hanh’s exile, hundreds of thousands of people were sent to re-education camps or killed by a Communist Party that, today, has absolute control. Activists are beaten, tortured and jailed. Rights of association are restricted, as is the press and judiciary. Religious freedom is heavily curtailed, and the official Buddhist Church of Vietnam is controlled by the state.

To his critics, the monk should have made greater use of his position to draw attention to these abuses. Ai, the UBCV spokesman, says Nhat Hanh was “world-famous abroad but longed to be famous in his homeland” and accuses him of cooperating with the regime in order to be given permission for his 2005 tour. Hanoi granted Nhat Hanh permission to visit that year as it sought Vietnam’s removal from the USCIRF list of Countries of Particular Concern (CPC), where it kept company with North Korea, Iran and Saudi Arabia. The official communist daily Nhan Dan quoted Nhat Hanh as saying, “The Vietnamese want to be liberated from what the Americans call liberation for the Vietnamese,” without explaining that he had said these words decades earlier, in the entirely different context of the Vietnam War.

Washington obliged Hanoi by removing Vietnam as a CPC in 2006, to the fury of nonconformists forced into exile. “Many [who] had looked on Thich Nhat Hanh as a living Buddha, with total respect and admiration, were deeply disappointed to see him pandering to the communist authorities,” says Ai. Bill Hayton, associate fellow of the Asia program at London’s Royal Institute of International Affairs, explains that many in the Vietnamese diaspora will not tolerate any compromise with Hanoi. “In their eyes, Thich Nhat Hanh is a sellout because he is prepared to work within the limits imposed by the Communist Party.”

But Nhat Hanh was not totally silent. During his 2007 visit to Vietnam, he asked then President Nguyen Minh Triet to abolish the Religious Affairs Committee, which monitors religious groups. The Plum Village annual journal of 2008 went further and called on Vietnam to abandon communism. His followers paid a heavy price. In September 2009, police and a hired mob violently evicted hundreds of monks and nuns from a monastery that Nhat Hanh had been allowed to build at Bat Nha in southeast Vietnam, which had been attracting thousands of devotees.

Yet if Nhat Hanh courted controversy by engaging with the party, he also won the ability to gain access to the Vietnamese people—and that might have been the goal all along. The official Vietnamese Buddhist Church, says Hayton, “has no leader to compare with Thich Nhat Hanh or his ideas of mindfulness.” During Nhat Hanh’s tours, he was able to champion a concise, modernized form of Buddhism very different from the religion sometimes perceived as old-fashioned and arcane. The impact is still felt by young Vietnamese today. In November, Linh Nhi, 27, traveled from Saigon to keep vigil at Tu Hieu. “If I can meet him, that’s good,” she told local media. “If not, I’m still happy because I can feel his presence.”

Buddhism teaches that Nhat Hanh needs to offer his presence, and in doing so, he is embracing the roots of his suffering in the Vietnam War. He is surely aware that Hanoi will make political capital out of his homecoming. But then the Zen master is evidently playing the long game — the longest game of all, in fact, which is eternity.

With reporting by Supriya Batra/Hong Kong and Bryan Walsh/New York

Contact us at editors@time.com.

[This appears in the February 04, 2019 issue of TIME]

Siehe auch: →     https://stahlbaumszeitfragenblog.wordpress.com/2015/08/17/ein-zen-buddhistisches-retreat-mit-thich-nhat-hanh/ ss.com/2015/08/17/

 

 

 

„Es regnet Benzin“ – Illegale Zapfstelle einer Pipeline in Mexiko gerissen: 67 Tote. Die wahren Umstände verschwiegen

Ein Neffe, der als Geophysiker in vielen Ländern Pipelines betreut, schickte mir gestern diese Nachricht; danach werden die wahren Umstände der Katastrophe verschwiegen:

„Wer die Nachrichten verfolgt, weiß, dass Mexiko ein Problem mit Benzindiebstahl hat. Das ging soweit, dass die Regierung vor wenigen Tagen viele Pipelines ganz abgestellt und durch tausende Tanklastwagen ersetzt hatte. Hierdurch ergaben sich vielerorts Knappheit, leere Tankstellen, erhoehte Preise. Dazu kommen die uebermuedeten LKW-Fahrer, die den Verkehr bestimmt nicht sicherer machen.

Jetzt ist an einer der illegalen Zapfstellen eine Pipeline gerissen. Hunderte Menschen sammelten sich, um das Benzin aufzufangen. Das Ergebnis ist die Tragoedie, die man gerade in den Nachrichten verfolgen kann.

In den Nachrichten sieht man zumeist den Feuerball und die Leichen. Hier ist ein Video, wie es VOR der Explosion aussah: → https://www.youtube.com/watch?v=_LcVpYDFJ2c

Rund um einen dutzende Meter hohen Benzin-Geysir ist die Luft von Benzindaempfen erfuellt, es regnet Benzin. Anstatt wegzurennen, versammeln sich die Menschen mit Kanistern …

In Mexiko wurden seit den Finanzkrisen der letzten Jahre viele Gelder fuer Pipelineinspektionen gekuerzt. Der Kampf gegen illegales Anzapfen ist ein Technologie-Wettlauf wie jeder andere, und mittlerweile auch in Westeuropa ein Problem: Die Inspektionsspezialisten entwickeln neue Technologien, um diese illegalen Zapfstellen zu finden – und die Diebe entwickeln neue Wege, diese Technologien auszutricksen. Die Diebe sind aus der Branche, und nicht selten werden die illegalen Zapfstellen direkt beim Neubau einer Pipeline durch die gleichen Baufirmen mit angelegt, die der Betreiber bezahlt.“

Wilhelm Neurohr: Der Fall Elmar Brok: Unentbehrliche Berufspolitiker statt Mandat auf Zeit? (Leserbrief)

… an die RZ zur Berichterstattung über das Gerangel über den Listenplatz für den EU-Abgeordneten Elmar Brok (CDU):

Der Fall Elmar Brok: Unentbehrliche Berufspolitiker statt Mandat auf Zeit?

Nur mit völligem Unverständnis kann man als Leser, Bürger und Wähler kurz vor der wichtigen Europawahl das demotivierende innerparteiliche Gerangel in der CDU um einen bevorzugten Listenplatz für den dienstältesten Europa-Abgeordneten Elmar Brok auf der NRW-Landesliste verfolgen. Da haben sich an der Parteibasis die Delegierten auf demokratische Weise erfolgreich um einen überfälligen Generationenwechsel bemüht, derweil der fast 73-jährige Mandatsträger nach fast 40 Jahren Parlamentszugehörigkeit noch weitere 4 Jahre an seinem lukrativen Posten kleben bleiben will, weil er sich für unentbehrlich hält. Darum hat er seine innerparteilichen Seilschaften aus der Parteispitze und seine Parlamentskollegen mobilisiert, die ihm doch noch einen aussichtsreichen Listenplatz bis zum 77. Lebensjahr verschaffen sollen. Nicht ohne Hintergedanken treten CDU-Politiker für die Heraufsetzung des Rentenalters bis 70 Jahre ein – aber sollte danach nicht Platz für Jüngere gemacht werden?

Dass unsere Abgeordneten nur ein „Mandat auf Zeit“ ausüben, ist unseren lebenslangen „Berufspolitikern“ nicht geläufig. Aber so ein Mandat im EU-Parlament ist allzu verlockend, weil äußerst lukrativ: Die Abgeordneten erhalten nicht nur ein steuerpflichtiges „Gehalt“ – so heißen die Diäten in Straßburg – von über 8.850 Euro zuzüglich 4.200 Euro Aufwandsentschädigung plus 152 Euro Tagegeld für jede Übernachtung, sondern obendrein für jede Teilnahme an Beratungen noch 304 Euro Tagegeld, automatisch auch ohne Eintragung in die Anwesenheitsliste. Alles zusammen summiert sich auf insgesamt fast 18.000 Euro monatlich oder 214.000 Euro im Jahr. Hinzu kommt natürlich die Erstattung aller Reisekosten erster Klasse, bis zu 4.234 Euro pro Jahr. Bei Erkrankung haben sie Anspruch auf Zweidrittel Erstattung ihrer medizinischen Kosten. Derweil gehen die Wähler mit „Gelbwesten“ auf die Straße, weil die arbeitenden Menschen ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können. Das sollte die Volksvertreter auch im EU-Parlament nachdenklich machen.

EU-Abgeordneten wie Elmar Brok steht bei Nichtwiederwahl zwei Jahre lang nach Ausscheiden aus dem Parlament eine Übergangsvergütung von insgesamt 354.000 Euro zu, nämlich in Höhe eines Monatsgehaltes pro Jahr seiner 40-jährigen Amtszeit, also 40 x 8.850 €. Schon nach nur einer Wahlperiode erwirbt er einen Altersversorgungsanspruch in Höhe von 1405 € monatlich (bei seinen 10 Wahlperioden also ein Vielfaches) ab dem 63. Lebensjahr, derweil der deutsche Durchschnittsrentner nach 45 Jahren auf nur 1175 Euro ab dem 67. Lebensjahr kommt. Die Altersversorgung der EU-Abgeordneten entspricht für jedes volle Jahr der Ausübung des Mandats 3,5 % der Dienstbezüge, insgesamt jedoch nicht mehr als 70 %, für Elmar Brok also rund 84.000 € Rente im Jahr oder 7.000 € im Monat.

Eine solch luxuriöse Versorgung gibt es nicht einmal für die Abgeordneten in unserem Bundes- und Landesparlament. Da es für die Europaabgeordneten keine Direktwahlkreise gibt, sondern nur Listenwahl, entstehen für sie auch kaum Kosten für Wahlkreisarbeit. Trotzdem erhalten sie für jeden Mitarbeiter bis zu 21.209 Euro monatlich, so dass ein EU-Abgeordneter aus Rumänien als Spitzenreiter 19 Mitarbeiter eingestellt hat. Dass mehr als ein Drittel der Europa-Abgeordneten noch bezahlten Berater- und Nebentätigkeiten auch für Lobbyorganisationen nachgehen, mit bis zu 100.000 Euro Nebenverdienst im Jahr, ist bei „Transparency international“ nachzulesen.

Auch Elmar Brok, der nach einem abgebrochenen Studium alsbald in die Politik ging, war lange Zeit als Lobbyist für seinen Arbeitgeber, den Bertelsmann-Konzern tätig, so dass der Verfassungsrechtler  Herbert von Arnim die Tätigkeit von Elmar Brok als „legale Korruption“ bezeichnete. Umso unverständlicher, dass sich seine Parteifreunde für ihn erneut ins Zeug legen, um die politikverdrossenen Wähler an die Wahlurne zu bekommen, nachdem die letzte Europawahl klägliche 40% Wahlbeteiligung erbrachte.

Hoffentlich befördern die unsäglichen Debatten in der CDU nicht den weiteren politischen Rechtsruck. Denn ausgerechnet die europafeindlichen Rechtspopulisten von der AfD wollen laut ihrem Programm die Begrenzung der Mandatszeit für Abgeordnete auf zwei Wahlperioden begrenzen – und am liebsten das Europaparlament völlig abschaffen und damit den Rest an Demokratie in der Exekutiv-lastigen EU gleich ganz beenden?

Die Europa-Parlamentarier sollten sich deshalb dringend Gedanken machen, wie sie selber zu einer demokratischen Begeisterung für Europa in der Wählerschaft beitragen können, beginnend mit gebotener Bescheidenheit bei den eigenen Privilegien als Volksvertreter.

Wilhelm Neurohr