Neues Blog ersetzt alte Blogs

Sonnenaufgang

Dieses Blog ersetzt meine drei alten Blogs bei blog.de, das am 15. Dezember 2015 seine Pforten geschlossen und alle Beiträge gelöscht hat.

Stahlbaums Zeitfragen-Blog mit neuen Bild- und Text-Beiträgen und den wichtigsten Postings aus blog.de, die für Sie/dich interessant sein könnten und aktuell geblieben sind. „Neues Blog ersetzt alte Blogs“ weiterlesen

Die Halspastille. Minikrimi

Gestern stand ich in unserem Hausflur, wollte aus den Sandalen herausschlüpfen und feste Schuhe anziehen. Das gelang mir nur halb. Der linke Fuß hing in einer Sandale fest. Ein Nagel, dessen Spitze aus der Sohle herausragte und die Socke festhielt? Ich spürte einen Widerstand. Und je mehr ich an der Sandale zog, desto mehr drohte die Socke zu zerreißen. Schließlich gelang es mir, den Fuß aus der Socke und zugleich aus der Sandale zu befreien und das hinderliche Objekt zu identifizieren: eine steinharte Halspastille.

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Das Corpus Delicti

Sie klebte an der Sandale. Wie konnte das passieren? Nach einigen Nachforschungen fiel mir ein: Ich habe vorgestern eine solche aus dem Mund geklaubt, weil sie an den Zähnen festsaß. Dabei ist sie auf den Teppichboden gefallen, oben in meinem Arbeitszimmer. Ich habe sie nicht wiedergefunden. War das die Pastille, die an der Sandale klebte? Ich trage oben keine Sandalen, sondern laufe auf Socken, um den Teppichboden zu schonen. Die halb aufgelutschte Pastille hat also zuerst gar nicht an der Sandale geklebt, sondern an der Socke, und ich habe unbemerkt auf sie draufgetreten, als ich am Schreibtisch saß.

Glücklich, den Fall gelöst zu haben, präsentiere ich hier nun weitere Beweisstücke:

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Kleine Dinge haben manchmal eine große Wirkung.

Mein kategorischer Imperativ. Zwei Gedichte zur Auswahl

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Mein kategorischer Imperativ

I.

Die Herbstzeitlosen sind erblüht.

Der Sommer ist schon längst verglüht.

Unwetter weit und breit.

Sie kommen Schlag auf Schlag.

Sicher bist du nirgendwo.

Lebe so,

als wäre heute dein letzter Tag.

Vergeude keine Zeit.

II.

Die Herbstzeitlosen sind erblüht.

Der Sommer ist verglüht.

Vergeude keine Zeit.

Lebe so,

als wäre heute dein letzter Tag.

Unser Mikrokosmos. Was ist bloß mit den Eichhörnchen los? Fotos (4)

Eichhörnchen frisst Sonnenblumenkerne, Jan.13P1010031

Ja, was ist bloß mit den Eichhörnchen los? So etwas habe ich noch nicht erlebt: Dieses Jahr kommen sie …

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…zu dritt, zu viert…

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…und plündern unseren Nussbaum. Dabei fallen Nüsse herunter,…

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…die sie liegen lassen, weil sie noch nicht reif sind:

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Auch im Eggegebirge und in Lage (Kreis Lippe) sagte man uns: „Wir werden in diesem Jahr keine Nüsse ernten. Die Eichhörnchen fressen sie alle auf.“

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Die Herbstzeitlosen begannen schon Ende August zu blühen.

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Salbei und Basilikum
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Winterfutter für die Vögel

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Wilhelm Neurohr: „WIE TIEF IST UNSERE DEMOKRATISCHE KULTUR GESUNKEN?“

 Leserbrief an die Recklinghäuser Zeitung zur Berichterstattung und Kommentierung über das „Kanzlerduell“ am 3. September

Wie tief ist unsere demokratische Kultur in Unkenntnis unserer Verfassung gesunken? Wie schon vor der letzten Bundestagswahl suggerieren  auch diesmal sämtliche Medien fälschlich, es stünde angeblich die Wahlentscheidung zwischen Kanzlerin Merkel und ihrem „Herausforderer“ Martin Schulz an. Im so genannten “Kanzlerduell“ auf 4 öffentlichen und  privaten Fernsehkanälen  – unter Ausschaltung der Oppositionsvertreter als die eigentlichen Herausforderer – wurde verstärkt der falsche oder irreführende Eindruck erweckt, die Wähler könnten scheinbar in einer Art Direktwahl zwischen diesen beiden Spitzenkandidaten an der Wahlurne entscheiden.

Tatsächlich haben wir aber in Deutschland laut Verfassung eine parlamentarische Demokratie. Folglich wählen wir bei der Bundestagswahl mit unserer Erststimme nichts anderes als die Direktkandidaten in den jeweiligen Wahlkreisen und mit der Zweitstimme die Landesliste der zur Wahl antretenden Parteien. Die Wahlergebnisse hängen also wesentlich davon ab, wie sich der jeweilige Wahlkreiskandidat für seine Wähler eingesetzt hat und mit welchen Parteiprogrammen (nicht „Regierungsprogrammen“) die einzelnen Parteien um Wählerstimmen werben.

Das wird durch ein mediales „Spitzenduell“ allein der „Kanzlerkandidaten“ in unserer „Zuschauerdemokratie“ verschleiert und verfälscht. Der Bundeskanzler oder die Kanzlerin werden nämlich nach der Konstituierung des neu gewählten Bundestages vom Bundespräsidenten ernannt, wenn sie eine tragfähige Koalition zustande bringen, und dann von den gewählten Abgeordneten des Bundestag gewählt. Rein theoretisch könnte dort auch jemand anderes als der Spitzenkandidat der „siegreichen Volkspartei“ zum Kanzler gewählt werden, sogar jemand ohne Parteibuch und ohne Bundestagsmandat.

Das ist nicht nur ein bloß formaler Unterschied zur öffentlichen Wahlkampfdebatte über die angebliche „Kanzlerwahl durch das Wahlvolk“, sondern ein elementares Prinzip unseres Demokratiemodells. Denn wir haben eben eine parlamentarische Demokratie und keine Präsidialdemokratie wie etwa in den USA, in Russland oder Frankreich (oder demnächst in der Türkei), wo die Präsidenten auch weitreichende Regierungsvollmachten haben und sich einer Direktwahl stellen, aber sich dort nur maximal ein bis zweimal zur Wiederwahl stellen können und nicht zeitlich unbegrenzt wie die Kanzlerin in Deutschland.

Ein Kanzler oder eine Kanzlerin ist hingegen mit dem Bundeskabinett als Regierung lediglich das Exekutivorgan in unserer demokratischen  Gewaltenteilung. Unsere Regierung handelt nicht eigenmächtig im Rahmen ihrer selbstgesetzten „Regierungsprogramme“, wie im medialen Wahlkampf suggeriert wird, sondern immer im Handlungsauftrag und unter Kontrolle des Parlamentes bei der bloßen Ausführung der im Bundestag beschlossenen Gesetze. Der Bundestag bestimmt also eigentlich die „Richtlinien der Politik“, während die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin sich lediglich auf die Weisungsbefugnis gegenüber ihren Ministern im Bundeskabinett beschränkt.

Das entspricht leider nicht immer dem Selbstverständnis unserer Kanzlerin und unseres leider überhaupt nicht repräsentativ zusammengesetzten Bundestages, so dass selbst die eigenen Abgeordneten aus Merkels Parteifraktion sich im Vorjahr über die eigenmächtigen Alleingänge der Kanzlerin unter Umgehung des Parlamentes oftmals beklagten. Damit entfallen leider die früher oft leidenschaftlich geführten inhaltsvollen Bundestagsdebatten, die immer mehr vor leeren Rängen ausfallen. Dabei sind die eigentlichen „Herausforderer“ der Regierung die Oppositionsfraktionen im Bundestag, die man beim „Spitzenduelle“ im Fernsehen außen vor gelassen  hat, so dass allein zwei Kandidaten der beiden Regierungsparteien in alternativloser Übereinstimmung „wetteiferten“ – und 20 Millionen Wähler als „Souverän“ schauten gelangweilt zu? Wie tief ist unsere demokratische Kultur mit Entwertung unseres Parlamentes und der dortigen Volksvertreter gesunken…?

Wilhelm Neurohr

 

Spätsommer im Naturpark Teuto/Eggegebirge. Reisebericht. Fotos

Leo

Unser Quartier war die Alte Schule in Leopoldstal, eine „Herberge für Radfahrer, Wanderer und viele mehr…“

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Indonesische Rikscha im Garten des Hauses

Wir waren die Einzigen, die im PKW angereist waren und mehr als einen Tag (20. bis 26. August 2017) hier übernachtet,…

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…gefrühstückt und…

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ein paar Mal am Abend gegessen haben. Leckere Biokost. Die anderen Gäste waren  per pedes oder mit dem Fahrrad unterwegs und blieben nur eine Nacht.

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Gleich am ersten Tag (21.8.) fuhren wir nach Bad Meinberg und suchten einen Bioladen, weil wir uns teilweise selber verpflegt haben. Dort hatten wir ein langes Gespräch mit einem sechsundachtzigjährigen Kurschatten, einem ortskundigen Witwer, der  in fast sämtlichen Kurhäusern sein Mittagessen einnahm, uns die nach seiner Meinung besten Lokale nennen, aber nicht sagen konnte, wo der Biolden ist.  Den fanden wir schließlich nach langem Fußweg.

Am nächsten Tag (22.8.) sind wir durch ein Naturschutzgebiet gewandert und haben den Norderteich eigentlich ein kleiner See umrundet:

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Drei Mäusebussarde zogen über unseren Köpfen ihre Kreise.  Ob sie auch Enten mögen?

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Mittags Picknick und…

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…Siesta auf einem Parkplatz vor dem Dorf Bellenberg (247 m).

 

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Dann zu Fuß zum Bellenberg (300 m):

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Ausblick

Ganz hinauf haben wir es nicht geschafft.

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Am Mittwoch (23. 8.) haben wir die Externsteine bei Horn-Holzhausen besucht. Die herausragende Felsengruppe aus Sandstein war eine vorchristliche Kultstätte, bis zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert das Naturdenkmal mit Hammer und Meißel bearbeitet und von der Kirche vereinnahmt worden ist. P1000954

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Holzskulptur am Weg zwischen Parkplatz und Felsen

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Heute sind die Externsteine ein esoterisches, spirituelles Kraftzentrum und eine touristische Sehenswürdigkeit mit dem üblichen Rummel und vielen Selfies vor den Felsen.

Donnerstag Vormittag (24.8.) ein kurzer Aufenthalt in Horn, wo…

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…dieses alte, leer stehende und halbverfallene Gebäude steht.

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Mittags waren wir am Viadukt in Altenbeken:

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Für den Nachmitttag hatten wir uns eine Bergwanderung vorgenommen. Sie brachte uns ans Limit unserer Kräfte. Denn wir sind zwar an Spaziergänge mit Nordic Waking-Stöcken auf ebenen Wegen bis zu einer Stunde mit und ohne Pause gewöhnt, aber nicht mehr an solche Touren. Am Silberbach entlang wollten wir hinauf zum Velmerstot (468 m).

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Der Pfad wurde immer steiler und schwieriger für uns. Über glitschige Felsbrocken kamen wir zwar hinauf, wagten aber nicht den selben Weg zurück ins Tal und brachen, fast erschöpft, unsere Wanderung ab, kehrten um und…

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Der Arm und der Nordic Walking-Stock (rechts im Bild) gehören Ursel (86).

…überquerten den Gebirgsbach durch diese Furt.

Wir waren eineinhalb Stunden unterwegs. Andere, jüngere,  schaffen es in einer halben Stunde bis zum Gipfel des Velmerstot. Noch am nächsten Tag hatten wir schwere Beine.

Auch der Freitag (25.8.) war für uns kein Ruhetag. Denn es waren uns ein Käse- und ein Sackmuseum empfohlen worden, beide in Nieheim, einem kleinen Kurort im Kreis Höxter. Außerdem gibt es hier ein Brotmuseum, ein Bier- und ein Schnapsmuseum.

Das Käsemuseum bot (für uns)…

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außer der Fassade…

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und der Holzskulptur davor….

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…wenig Interessantes. Der ausgestellte Käse ist aus Plastik.

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Milchtransport

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Käsekammer

Im Sackmuseum…

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…sind Exponate jeden Alters, zumeist alte Säcke, noch viel älter als ich (90).

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Auch diese Küche ist hier zu besichtigen. Sie erinnert uns beide an unsere Kindheit.
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Die Nieheimer Flechthecke

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Ein Dudelsack

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Eine Sackkarre mit Kohlensack

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Dies weckt Erinnerungen an unsere Volksschulzeit.
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Der Arbeitsplatz eines jüdischen Kaufmanns in Nieheim.

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Auch dies ist Nieheim:

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Hier entsteht ein historisches Ackerbürgerhaus. Ein vorbildliches Integrationsprojekt in einer kleinen Stadt:

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Siesta am Ende eines Feldwegs.

Am Samstag (26.8.) sind wir in Bad Meinberg durch einen menschenleeren „Garten der Sinne“ und einen ebenso menschenleeren, ziemlich verwahrlosten Kurpark gegangen. Mittags eine kleine Mahlzeit in der Windmühle Fissenknick. Ein Edelrestaurant. Das habe ich erst ganz begriffen, als die Rechnung in einer Ledermappe auf dem Tisch lag: 35 EURO für zwei Vorspeisesüppchen und zwei Vorspeisesalate. Köstlich, aber teuer.

Den Rest des Tages haben wir in Leopoldstal verbracht. Beim Abendspaziergang ist uns dieser…

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…“heidnische“ Totempfahl aufgefallen. Stiller Protest der Pfarrerskinder (?) oder friedliche Koexistenz. Er steht bei einer Kirche.

Zum Abschied servierte uns die Herbergsmutter der Alten Schule ein leckeres, orientalisches Linsengericht.

Auf der Rückfahrt am Sonntag (27.8.): Besuch bei Freunden und eine staufreie Autobahn. –

Es waren erlebnisreiche Tage voller Sonne in frischer, gesunder Bergluft.

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