Die Plünderung eines Kontinents oder Werden Afrikaner fast nur von Afrikanern ausgebeutet, verfolgt, umgebracht?

Andreas, um nochmals auf den Anfang zurückzukommen, auf deine Bemerkung zum Leserbrief Historische Fluchtursachen. Du schreibst:

»Heutzutage werden Afrikaner fast nur von Afrikanern ausgebeutet, verfolgt, umgebracht usw. und denen sind irgendwelche ollen Kamellen der Weltgeschichte wurscht (wenn sie überhaupt davon Kenntnis haben)« [am 17.03.2016 | 23:30]

» > „Du irrst. Durch Freihandelsabkommen und ähnliche Instrumente wird Afrika zum Beispiel auch von Staaten und Unternehmen aus Europa ausgebeutet.“

Und wenn dem so ist, wer hat das denn mit den Westunternehmen zusammen freiwillig ausgekungelt?! Afrikaner.« [am 18.03.2016 | 14:45]

Und so fort. Dass den heutigen Machthabern und ihren Vorgängern, auch Al Qaida und „Islamischem Staat“ die historischen Zusammenhänge „wurscht“ sind, mag ja sein. Dass heutzutage „Afrikaner fast nur von Afrikanern ausgebeutet, verfolgt, umgebracht usw.“ werden, ist durch Fakten widerlegt. Die Hauptverantwortung für das Elend, für Armut, Hunger, Kriege und Flucht haben nachweislich die ehemaligen Kolonialherren und die heutigen Industriestaaten in Europa, sowie in besonderem Maße die USA.

Dokumentiert und durch Fakten belegt wurde dies u. a. bei einem Kolloquium (16. 03. 2011), von dem ich jetzt das Skript bekommen habe:

Die Plünderung eines Kontinents

Wie die ehemaligen Kolonialmächte und der Internationale Währungsfonds die wirtschaftliche Selbstständigkeit Afrikas untergraben – und dabei Gesundheitsversorgung, Bildungschancen und Nahrungssicherheit von Millionen Menschen zerstören.

Mit Nnimmo Bassey, Vorsitzender von Friends of the Earth International und Träger des „Alternativen Nobelpreises“, Nigeria, Wangui Mbatia, People’s Parliament, Kenia. Eric Toussaint, Kommitte für die Annulierung der Schulden der Dritten Welt, Belgien, Immanuel Wallerstein, Weltsystemtheoretiker, Yale University, USA….

Auch von dem Vortrag von Prof. Birgit Mahnkopf über Migration, Flucht und Vertreibung als Folge der ökonomischen Globalisierung, der am 26. Februar 2016 in Recklinghausen stattfand, gibt es jetzt ein Transkript. Es ist allerdings fehlerhaft und wird von der Professorin nach ihrer Rückkehr von einer Tagung in Hanoi korrigiert und, hoffe ich, zur weiteren Veröffentlichung freigegeben. Ich werde es dann hier verlinken.

Birgit Mahnkopf geht in ihrem Vortrag umfassend und detailliert auf die historischen und gegenwärtigen Ursachen der Fluchtbewegungen ein und bringt viele neue, von ihr recherchierte Fakten und Aspekte zu Tage.

Du hingegen, Andreas, guckst auf das Weltgeschehen durch ein Schlüsselloch. Mach die Tür auf!

[Aus einer Kontroverse in MyHeimat]

Ein Gedanke zu “Die Plünderung eines Kontinents oder Werden Afrikaner fast nur von Afrikanern ausgebeutet, verfolgt, umgebracht?

  1. Robert Kennedy: Harte Abrechnung mit unmoralischer US-Politik in Syrien

    Robert Kennedy jr. hat in einem bemerkenswerten Essay dargelegt, welch unselige Rolle die USA in Syrien und im Nahen Osten bisher gespielt hätten: Die USA hätten im Kampf ums Öl ihre Werte schamlos verraten und mehrfach Regierungen gestürzt. Die Folge: Der Hass der Araber auf den Westen, weil ihnen das Recht auf Selbstbestimmung verwehrt wurde.

    Unter dem Titel „Warum uns die Araber nicht in Syrien haben wollen“ hat der Sohn von Robert Kennedy in Politico einen äußerst lesenswerten Essay geschrieben. Darin erklärt Kennedy im Detail, wie die US-Regierungen und Geheimdienste in vielen Ländern Staatsstreiche verübt und „islamistische Revolutionen“ angezettelt haben, um sich des Zugriffs auf das Eröl zu versichern. Ganz bewusst hätten die Amerikaner die religiöse Komponente in die Konflikte getragen.

    Er schreibt: „Während der 1950er Jahre wiesen Präsident Eisenhower und die Dulles Brüder – CIA Chef Allen Dulles und Staatssekretär John Foster Dulles – sowjetische Vertragsvorschläge zurück, den Nahen Osten im Kalten Krieg als neutrale Zone zu belassen und Araber, die arabische Welt regieren zu lassen. Stattdessen lancierten sie einen heimlichen Krieg gegen arabischen Nationalismus – welchen Allen Dulles mit dem Kommunismus gleichsetzte – vor allem, weile eine arabische Selbstverwaltung ein Entgegenkommen beim Öl gefährdete. Sie schleusten geheime amerikanische Militärunterstützung zu Tyrannen in Saudi Arabien, Jordanien, dem Irak und in den Libanon, bevorzugt Marionetten mit konservativen dschihadistischen Ideologien, welche sie als wirksames Gegenmittel für den sowjetischen Marxismus betrachteten. Bei einem Treffen des Weißen Hauses zwischen dem Planungschef der CIA, Frank Wisner, und John Foster Dulles im September 1957, riet Eisenhower der Agentur laut eines Memos, welches durch seinen Stabssekretär General Andrew J. Goodpaster aufgezeichnet wurde: „Wir sollten alles Mögliche tun, um den „Heiligen Krieg“-Aspekt zu betonen.“

    [Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 22.03.16]

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/22/robert-kennedy-knallharte-abrechnung-mit-unmoralischer-us-politik-in-syrien/

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