Warner vor der Hybris des „modernen Menschen“

1. Peter Kafka (1933 – 2000) Er warnte vor einer „globalen Beschleunigungskrise“, die im Schöpfungsprinzip der Evolution angelegt sei und in unserer Zeit durch den beschleunigten und gleichzeitig globalisierten Fortschritt der menschlichen Zivilisation verwirklicht würde.

Kafka diagnostizierte eine zunehmende Destabilisierung des lebensfreundlichen Ökosystems der Erde durch die Veränderungen, die der globalisiert-beschleunigte Fortschritt der menschlichen Kultur mit sich bringt. (…) Er identifizierte zwei Stabilitätskriterien für einen „aufwärts“ führenden Fortschritt, die er unter den Schlagwörtern „Vielfalt und Gemächlichkeit“ zusammenfasste. Würden diese Stabilitätskriterien durch den immer weiter beschleunigten Fortschritt einer global immer einheitlicheren Zivilisation verletzt, führe der Fortschritt nicht mehr zu „höherer“ Komplexität, sondern taumle „abwärts“ in ein immer komplizierteres Chaos. In diesem kritischen Stadium der irdischen Evolution sei die Menschheit jetzt angelangt.
[WIKIPEDIA]}

2. Bodo Manstein (1911 – 1977), Arzt, Mitbegründer und erster Vorsitzender des Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) [1975], hat bereits Anfang der 60er Jahre vor einem „Terror der Technik“ gewarnt und besonders die Vergiftung von Pflanzen, Tieren und Menschen durch die chemische „Schädlingsbekämpfung“ angeprangert. [Chronische Insektizidverseuchung aller Lebewesen].
Er hat auf die schädlichen Folgen der Bleiverbindungen in Kraftstoffen und auf die hohen Kohlenmonoxydkonzentrationen in der Atemluft und auf den Missbrauch von Medikamenten hingewiesen. Atom- und Nervengasbomben standen in seiner Kritik, insgesamt die „allgemeine Vergötzung des Apparates, des technischen Sklaven, der manche augenfälligen vordergründigen Erleichterungen gebracht hat“, sowie die „großtechnische Verwertung der sich überstürzenden Entdeckungen und Erfindungen“, die uns „keine Zeit für das vorsichtige Probieren der Zuträglichkeit künstlicher Produkte innerhalb unseres Biozyklus gelassen“ „hat“ . „So ist unsere Lebenswirklichkeit unter die Herrschaft des Quantitativen geraten.“ [Vom Terror der Technik in Das Jahrhundert der Barbarei, hrg. v. Karlheinz Deschner, München 1966, S. 438 ff.]

3. Joseph Weizenbaum (1923 – 2008), deutsch-US-amerikanischer Informatiker.
Von 1955 bis 1963 arbeitete Joseph Weizenbaum als Systems Engineer im Computer Development Laboratory der General Electric Corporation und war dort u. a. an der Konzeption des ersten Computer-Banksystems beteiligt. 1963 begann er seine Tätigkeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT), zunächst als Associate Professor, ab 1970 als Professor für Computer Science.

1966 veröffentliche Weizenbaum das Computer-Programm ELIZA, mit dem er die Verarbeitung natürlicher Sprache durch einen Computer demonstrieren wollte; Eliza wurde als Meilenstein der „künstlichen Intelligenz“ gefeiert, seine Variante Doctor simulierte das Gespräch mit einem Psychologen.
Weizenbaum war entsetzt über die Wirkung seines relativ einfachen Programms, das nie zum Ersetzen eines Therapeuten konzipiert gewesen war, und wurde durch dieses Schlüsselerlebnis zum Computer- und Medienkritiker. (…)
Weiter  →  http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Weizenbaum
[wikipedia.org]

Darüber hinaus warnte Weizenbaum u. a. in seinem Buch Kurs auf den Eisberg vor der „drohenden Diktatur der Technik“ und forderte „Civilcourage und Verantwortung des einzelnen“. [München-Zürich, 3. Aufl. 1991]

Von blog.de (18. 11.2006) übernommen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s