Nikolaus ist doch erst am 6. Dezember. Eine wahre Geschichte

Vorgestern sagte meine Frau zu mir: „Es riecht nach Aas – aus deinem Schuh! Guck mal nach. Vielleicht ist es eine tote Maus.“ Einer der beiden Halbschuhe auf der Kellertreppe war gemeint. Die hatte ich seit dem Frühjahr nicht mehr getragen.

Ich guckte also hinein, sah nichts, konnte es aber ebenfalls riechen. Hineinfassen wollte ich nicht. Und so habe ich den Schuh ausgekippt. Zuerst fiel eine hölzerne Wäscheklammer heraus, dann der Kadaver einer kleinen Maus. Wir haben lange überlegt, wie wir den Gestank in dem Schuh beseitigen können, und haben verschiedenes versucht, unter anderem einen Citrus-Spray von Frosch. Nichts half. Gestern habe ich mich von dem Schuh verabschieden müssen, habe ihn in Zeitungspapier eingewickelt und mit seinem Partner in die Mülltonne getan. Ich habe dieses Schuhpaar sehr gemocht.

Dann wollte ich mir andere Schuhe anziehen, diejenigen, die ich zurzeit jeden Tag trage, draußen, wenn es für Sandalen zu kalt und zu nass ist. Ich konnte aber in den linken Schuh nur halb hineinschlüpfen. Etwas war da drin: wieder eine tote Maus, größer als die halb verweste und noch ganz frisch.

Bienchen, unsere Katze, hat ihre Beute, wenn sie sie nicht auffraß, bisher stets auf unseren Wohnzimmerteppich gelegt. Hat sie sich im Datum geirrt? Nikolaus ist doch erst am 6. Dezember.

© Dietrich Stahlbaum
27. August 2010

2 Gedanken zu “Nikolaus ist doch erst am 6. Dezember. Eine wahre Geschichte

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