Ein Sommernachts-Albtraum. Reisebericht

Es sind wohl zehn Jahre her, da haben wir, meine Frau und ich, auf einem Campingplatz in oder bei Perpignan in Südfrankreich übernachtet. Es war ein unvergessliches Ereignis. Wir kamen um 21h 59, eine Minute, bevor die Einfahrt zum Platz geschlossen wurde, an und standen vor einem alten, großen, steinernen, mit Efeu bewachsenen Torbogen, der uns sehr merkwürdig erschien. Aber wir hatten keine andere Wahl und fuhren hindurch. Es war ein warmer Augustabend und fast schon dunkel. Als wir in aller Eile unser kleines Zelt aufgestellt hatten und uns umsahen, stellten wir fest, dass wir uns auf einem Friedhof befanden. An den Rändern des ummauerten Platzes standen Grabsteine, ebenfalls sehr alt. Das verrieten die Sterbedaten auf den ungepflegten Steinen.

Wir waren nach einer langen Fahrt bei großer Hitze sehr müde, legten uns schlafen und schliefen auch sofort ein. Kaum eingeschlafen, rauschte ein D-Zug am Campingplatz vorbei, nicht einmal, sondern alle 60 Minuten! Das war der Zug Paris – Barcelona und in Gegenrichtung. Als wir eingeschlafen waren, fing ein Nachbar – die Zelte standen dicht bei dicht – an zu schnarchen. Wir lagen eine Weile wach und schliefen wieder ein. Dann kam der Zug. Gegen Morgen weckte uns ein anderer Zeltnachbar auf seine Weise: Er hatte Blähungen. Die verließen seinen Corpus weithin hörbar.

Unausgeschlafen, jedoch um ein erinnerungswürdiges Erlebnis bereichert, fuhren wir ohne Frühstück weiter…

© Dietrich Stahlbaum

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