Wiedergeburt

Zitat:

„Der Mann (Franz Alt) „will ´seinen` Jesus als ´Gott` retten, doch redete Jesus nie von sich als Gott.“

Replik:

Es stimmt zwar, Jesus „redete“ „nie von sich als Gott“, aber das hat Franz Alt auch nicht behauptet. Denn Jesu ist der Genetiv von Jesus. Sonach bedeutet „Der Gott Jesu“: Der Gott des Jesus! Jesus` Gott.

Auch Franz Alt hat ein „kleines Problem“. Zitat: „Zu Jesu Zeit war „Wiedergeburt“ Volksglaube so wie heute im Buddhismus…“

Franz Alt kennt sicherlich den authentischen, nämlich ursprünglichen Buddhismus nicht, wie er in den frühesten Pali-Schriften überliefert wird, sondern allein den Tibetischen Buddhismus, den Lamaismus, eine Mischform, die von den Lehrreden des Gautama Buddha wesentlich abweicht. Ein Beispiel: die «Wiedergeburt».

Hierzu eine Unterweisung des zen-buddhistischen Lehrers (Rôchi) Than in meinem Roman:

„Ich glaube, ich habe das verstanden. Ich danke dir, Than. Nun mußt du mir noch sagen, was Wiedergeburt ist. Was wird wiedergeboren, Than? Hängt Wiedergeburt nicht mit dem Karma zusammen?“
„Die karmische Wiedergeburt. Ja, was wird wiedergeboren? Verhaltensmuster werden wiedergeboren, vor allem die schädlichen. Sie werden von einer Generation auf die andere übertragen.“
„Und das Leiden findet kein Ende. Der Buddha hat doch aber gezeigt, wie man sich selber davon erlösen kann und den Kreislauf der Wiedergeburt unterbindet?“
„Ja, indem man die Ursachen allen Leides erkennt und sich dementsprechend verhält.“
„Und was sind die Ursachen, Than?“
„Der Buddha nennt vor allem die Gier: Lebensgier, Habgier und Genußsucht, auch Zerstörungssucht. Macht und Sexbesessenheit, Anhaften an Illusionen, Haß. Alles in einem: die Selbstsucht.“
„Wer seinem Triebleben ausgeliefert ist, leidet.“
„So kann man es sagen, ja.“
„Und wie bringen wir es unter Kontrolle?“
„Durch Zazen. Es gibt einen Mittelweg zwischen Askese und Ausschweifungen.“
„Dem Buddhismus werden, von westlichen Kritikern, Pessimismus, Weltflucht und Sinnenfeindlichkeit unterstellt.“
„Es ist schwierig, über den eigenen Horizont hinauszublicken.“
„Ist Wiedergeburt nicht ein ganz natürlicher Vorgang? Wir sind vor langer Zeit Affen gewesen.“
„Wir stammen jedoch nicht nur von den Affen ab. Wir stammen auch von den Bäumen ab… Hier sind unsere Wurzeln… Wir wissen, was wir waren. Wir wissen nicht, was wir werden… Werden und Vergehen und wieder Werden… Aus deiner Asche, aus den Partikeln, die von dir übrigbleiben nach deinem Tod, entsteht neues Leben. Schon jetzt sterben fortwährend die Zellen in deinem Körper ab, und sie erneuern sich. Ja, das ist die natürliche Wiedergeburt. Es ist der Lauf des Rades. Es sind Kreisläufe, ineinander verwoben. Nichts bleibt, was es ist, und kehrt wieder in anderer Gestalt. Das einzige, was Bestand hat, ist die Unbeständigkeit. Das gilt nicht nur in der Meteorologie.“

[Aus meinem Roman Der Ritt auf dem Ochsen oder Auch Moskitos töten wir nicht, Aachen, 2000, S. 291 ff.(vergriffen), jetzt als eBook → http://www.bookrix.de/_ebook-dietrich-stahlbaum-der-ritt-auf-dem-ochsen-oder-auch-moskitos-toeten-wir-nicht/ ]

Siehe auch → https://stahlbaumszeitfragenblog.wordpress.com/2015/08/12/wenn-die-seele-durch-den-koerper-geistert-psychosomatik/

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