Wieder Gülle in Hülle und Fülle

Gülle in Hülle und Fülle
Gülle in Hülle und Fülle

Es sollte kontrolliert werden, ob Jauche auch importiert wird, z B. aus den Niederlanden! Die Massentierhaltung muss durch artgerechte, ökologische Tierhaltung ersetzt werden.

Bio-Kühe
Bio-Kühe
La vache qui rit
La vache qui rit

Ein Gedanke zu “Wieder Gülle in Hülle und Fülle

  1. Überall, wo es Massentierhaltung gibt, sind die Böden überdüngt, am meisten in Niedersachsen! Dadurch sind sie übersäuert und vergiftet, u. a. durch Nitrat und Antibiotika. Deshalb ist auch im Nahbereich von Trinkwassergewinnungsseen und anderen -anlagen das Ausbringen von Gülle verboten.
    Mehr dazu → http://www.agrarheute.com/tag/%C3%9Cberd%C3%BCngung

    Die Menge (das wusste schon Paracelsus) und das Futter sind entscheidend. Vergleicht mal den Geruch der Silage eines „konventionellen“ und eines Biohofes. Vielleicht wird dir dann der Appetit auf Fleisch aus der Massentierhaltung vergehen.

    „Fleisch gilt seit etwa 100 Jahren als unser Hauptnahrungsmittel, obwohl längst erwiesen ist, dass es, im Übermaß genossen, unserer Gesundheit schadet, nicht weniger als Tabak und Alkohol. Auch Fleisch macht süchtig. Wir verbrauchen es im Übermaß.
    In der Bundesrepublik sind es, pro Kopf/pro Jahr gerechnet, 90 Kilogramm!
    Das Steak, das Schnitzel, die Salami auf unserem Teller stammt zumeist aus einer Agrarfabrik von einem Tier, dessen Futter hauptsächlich aus der so genannten Dritten Welt billig importiert worden ist. Soja zum Beispiel.
    Soja kommt vor allem aus Brasilien. Soja ist ein hochwertiges Lebensmittel. Sie enthält mehr Nährkraft und mehr Nährstoffe als dieselbe Menge Fleisch. Mit Soja, d. h. auch mit Verzicht auf so viel Fleisch, wie wir verbrauchen, könnte dem Hunger in der Welt wirksam begegnet werden.
    Auf der Soja-Anbaufläche in Brasilien wächst Kraftfutter für 40 Millionen europäische Schweine. Auf dieser Fläche könnte mit Soja, Schwarzbohnen, Mais und Getreide Pflanzennahrung für 35 bis 59 Millionen Brasilianer angebaut werden.* Dabei verlangt niemand von uns, so viel Fleisch zu verbrauchen, wie wir es tun.

    Ein anderer Aspekt ist der ökologische.
    In Brasilien wird durch den – monokulturellen – Soja-Anbau, für den auch Regenwald abgeholzt, niedergebrannt, gerodet wird, fruchtbarer Mutterboden zerstört, nachdem er durch Kunstdünger und Pestizide vergiftet worden ist. Die Folgen sind Versteppung und Versandung: Wüsten, die mit dazu beitragen, die Klimakatastrophe zu beschleunigen.

    In Europa, wo in fabrikartigen Großställen zusammengepferchte Tiere brasilianische Soja, Getreide und andere Futtermittel aus der so genannten Dritten Welt fressen, wird der Mutterboden und werden Gewässer u. a durch das, was diese Tiere ausscheiden, vergiftet, besonders durch die Gülle. Ihr entweicht auch das Ozon schädigende Methan.

    Das Fleisch, das wir zum Leben gar nicht benötigen, stammt zumeist von Tieren, die ohne Medikamente, deren Rückstände wir mit verzehren, nicht leben können. Und was der Metzger noch dazutut, das sollten Sie ihn mal fragen.**

    Denken wir auch an den enormen Energieverbrauch beim Futteranbau und bei der Ernte, beim Futtertransport aus der so genannten Dritten Welt in die europäischen Massentierställe, beim Transport der Tiere zum Schlachthof, bei der Fleischverarbeitung, der Verpackung und beim Transport der Fleischprodukte zum Supermarkt, bei der Lagerung und so weiter…

    Der Fleischkonsum ist nur ein Beispiel für unsere ökologische Mitverantwortung als Verbraucher, als Verbraucherinnen.

    Müssten wir nicht als mündige Menschen so viel Selbstachtung haben, dass wir über unsere Lebensweise, also auch über unser Konsumverhalten, selber bestimmen und uns nicht alles, was anderen schnellen Profit bringt, aufschwätzen lassen?!…“

    * Brasilien hatte 1971: 95 700 Einwohner/innen.
    ** Eine Ausnahme macht Fleischwurst. Was Fleischwurst ist, das erfuhren wir kürzlich von einem Lebensmittelchemiker, der nicht nur in Labors, sondern auch in der Nahrungsmittelproduktion gearbeitet hat: mit Hilfe von Chemikalien „schnittfest gemachtes Wasser“!

    [Aus «KONSUM UND VERANTWORTUNG FÜR UNSERE NATÜRLICHE MITWELT», vorgetragen bei der VHS-Veranstaltung Ökologische Verbraucherpolitik am 30.10.1989 in Recklinghausen. Leicht gekürzte Fassung.]

    Volltext des Vortrags in meiner Homepage → http://www.dietrichstahlbaum.de/ unter ÖKOLOGIE
    ——
    Damals habe ich noch nicht gewusst, dass Deutschland Fleischprodukte zu Dumpingpreisen in die „Dritte Welt“ exportiert, u. a. nach Lateinamerika und Afrika, und welcher volkswirtschaftlicher Schaden dadurch in diesen Ländern entsteht. dst.

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