Was heißt das eigentlich: IDEOLOGIE?

«Ideologie» (griechisch: die Lehre von den Ideen), ursprünglich eine von dem französischen Philosophen Antoine Destutt de Tracy * begründete sensualistische philosophische Richtung, deren Vertreter auf der Grundlage genauer und systematischer Kenntnis der Ideen, der physiologischen und psychischen Wahrnehmungen der Welt, ein auf die Praxis gerichtetes Regelwerk für Ethik, Politik und Erziehung erstellen wollten. Die Ideologen hatten Ende des 18.  Jahrhunderts nicht unbedeutenden politischen Einfluss. Bis ins 19.  Jahrhundert blieb der Begriff Ideologie neutrale Bezeichnung für die Wissenschaft von der Entstehung und Entwicklung geistesgeschichtlicher Ideen. Danach wurde er im allgemeinen Verständnis zunehmend gleichbedeutend mit einer praxis- und realitätsfernen Wirklichkeitsauffassung.

Im heutigen Sprachgebrauch steht der Begriff «Ideologie » für das gesamte Denk-, Wertungs- und Normensystem einer Gesellschaftsgruppe, besonders aber in pejorativem Sinne für weltfremde Dogmatismen und starre, einseitige, interessenverzerrte Weltkonzepte, die alle (gesellschaftlichen) Probleme auf sehr wenige oder gar eine einzige Ursache zurückführen und für deren Lösung den richtigen Weg zu wissen vorgeben. Von einer Ideologisierung spricht man demgemäß dann, wenn an die Stelle einer kritischen Objektivität ein als unhintergehbar behauptetes, den objektiv beobachtbaren Tatsachen zuwiderlaufendes Wert- und Wahrheitsmaß gesetzt wird. Dies war insbesondere der Fall im Faschismus (in Deutschland in seiner spezifischen Ausformung des Nationalsozialismus) und im Kommunismus, den beiden großen Ideologien des 20. Jahrhunderts. [Encarta-Enzyklopädie]

* 1796 Die französischen Ideologen standen in der Tradition der Aufklärung und waren demokratisch orientiert. [Wikipedia] Es waren die „Materialisten“, die den Begriff IDEOLOGIE umgemünzt haben. Marx und Engels machten daraus ein politisches Schlagwort.

Der Begriff «Ideologie» (griechisch ιδεολογία – die Ideenlehre) wurde im Verlauf seiner Begriffsgeschichte auf vielfältige Weise bestimmt, so dass eine allgemein gültige Definition schwer angegeben werden kann. Zumeist wird mit dem Wort Ideologie ein System von Meinungen und Wertvorstellungen bzw. Denkweisen über den Menschen und die Gesellschaft beschrieben.

Der Begriff Ideologie wird auch als Synonym für ein fixiertes Weltbild gebraucht, das auf einer bestimmten (z.B. konservativen, sozialen, liberalen, ökologischen) Grundidee beruht, die in den Augen ihrer Vertreterinnen und Vertreter einen Idealzustand beschreibt. [Wikipedia]

Zur Begriffsgeschichte → http://de.wikipedia.org/wiki/Ideologie

These:

Wer den Begriff IDEOLOGIE benutzt, um Anschauungen Anderer abzuwerten, dem wird dieser Begriff zum Bumerang, und der trifft den eigenen Kopf.

Begründung:

Urteile, Wertungen setzen ein Begriffs- und Wertesystem voraus, eine Ideologie! Der entnehmen wir auch die Kriterien, wenn wir Ideen, eine wissenschaftliche oder politische Anschauung, (Lehr-) Meinung, Denkweise als «Ideologie» entlarven wollen.

«Ideologie» ist – rein sprachlich – ein wertneutraler Begriff, den man gern als Stempel benutzt. Der wird dann schnell allen konträren, unliebsamen und daher lästigen Ideen aufgedrückt, um zu signalisieren, dass es verlorene Zeit wäre, sich damit auseinander zu setzen.

Ein Bedeutungswandel, der Sprache verfälscht. Anstatt „das Kind mit dem Bade auszuschütten“, sollten wir uns wieder auf die ursprüngliche Bedeutung dieses Begriffes besinnen.

Von blog.de (20. 11. 2006) übernommen.

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