Zum Hundertsten von Franz Josef Strauß ein bisher unveröffentlichtes Gedicht

Dietrich Stahlbaum

Das Gastgeschenk des F. J. S.

Er schenkte dem Präsidenten einen Penis aus Stahl,
einem Diktator, der sein Volk unterdrückt.
Das Gastgeschenk des Besuchers, zumal
made in west germany, hat diesen beglückt.
Und so ließ sich der Pilger aus Bayern
(„privat“, versteht sich) wieder einmal
von einem Tyrannen feiern.

„Ein simpler Vorgang“ verlautbarte seine Kanzlei,
weil es Brauch und „Gebot der Höflichkeit“ sei,
seinen Gastgeber zu beschenken.
Die Pistole, eine Waffe der Polizei,
soll dem Präsidenten der Philippinen
zur Bereicherung seiner Sammlung dienen.
Man habe da keine Bedenken.
Dies gehöre zum guten Ton.
Welcher Gernegroß möchte schon
einen Despoten kränken?!

(1983)

Zweimal Bundesminister, dann Ministerpräsident von Bayern, war F. J. S. Mitbegründer und von 1961 an auch Vorsitzender einer Christlich Sozialen Union, bekannter unter dem Kürzel CSU.
Der philippinische Präsident hieß F. E. Marcos, abgeleitet von Markus, dem Evangelisten!

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