Neokolonialismus, al-Qaida und buddhistische Ethik. Antw. auf einen Schmähbrief

Leserbrief von Hofer

Leserbr. Kaschel gg. HoferLeserbrief an das Medienhaus Bauer, Marl, von: Dietrich Stahlbaum zu: „Die westliche Welt und speziell der Kapitalismus als Quelle des Bösen?“ von Erhard Hofer vom  11. Dezember 2010:

Hier ist zu wenig Platz, um komplexe, vielschichtige historische, in Gegenwart und Zukunft hineinwirkende Zusammenhänge und aktuelle Politik detailliert zu beschreiben. Deshalb muss ich mich auf wenige Aspekte beschränken und vieles verkürzen. Dabei riskiere ich, missverstanden zu werden und schlecht informierten Lesern und solchen, die Tatsachen (bewusst) ignorieren, Angriffsflächen zu bieten.

Den Leserbrief des Herrn H. mögen andere bewerten. Nur so viel: Von der Tiefenpsychologie habe ich gelernt, dass man Denk- und Verhaltensweisen verstehen muss, um sie nachhaltig ändern zu können. Eine Erkenntnis, die vor 2600 Jahren schon der Buddha vermittelt hat.

Nach buddhistischer Ethik gibt es keine Gegner, keine Feinde, keine Verbrecher, sondern irre, falsche, verwerfliche Absichten und Taten. Meistens sind dies Atavismen aus den tieferen Schichten unseres Seins. Man benennt die Beweggründe, die zu solchen Verhaltensweisen geführt haben, − ohne anzuklagen, ohne zu verurteilen. So entsteht Offenheit für Transformation oder – nach Freud – Sublimierung.

Das ist kein „´Freibrief` für alle kriminellen Aktionen“ und stellt unser Rechtssystem nicht in Frage, sondern sollte persönliche Maxime sein.

Nun ein paar Fakten

1. zum Neokolonialismus: Schon der Kolonialismus hatte die politischen und sozialen Strukturen der Völker der so genannten Dritten Welt, ihre ursprüngliche Natur und ihre Kulturen weitgehend zerstört. Heute sind sie einem Neokolonialismus ausgeliefert, der unter dem Deckmantel einer humanitären Globalisierung ihnen Partnerschaft vortäuscht und sie ebenso ausnimmt wie vorher der nationale Kolonialismus. Geändert haben sich lediglich die Methoden. Statt der Sklavenketten gibt es heute die elektronischen Fußfesseln psychologischer Unterdrückung, die nur eine kleine, korrumpierte „Elite“ unter den Einheimischen zulässt, und mafiose Machenschaften, durch die ganze Volkswirtschaften in die Schuldenfalle getrieben und in die Abhängigkeit von Großkonzernen gebracht werden.

Zum Beispiel „betrügen“ „hochbezahlte Experten“, sog. Economic Hit Men, wie einer von ihnen schreibt, „die Länder auf der ganzen Welt um Billionen Dollar.“ „Sie schleusen Geld von der Weltbank (…) und anderen ausländischen ´Hilfsorganisationen` auf die Konten großer Konzerne und in die Taschen weniger reicher Familien, die die natürlichen Rohstoffe unseres Planeten kontrollieren“. [John Perkins: „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“]

2. zu al-Qaida: Alle US-Regierungen seit Präsident Carter haben bis 1989 die aufständischen Mudschahiddin in Afghanistan unterstützt. Finanz- und Militärhilfen gingen verdeckt über die CIA und die saudische Regierung an den pakistanischen Geheimdienst ISI und von ihm an eine von den Saudis formierte Fraktion der afghanischen Widerstandsgruppen. So flossen Milliarden US-Dollar an den afghanischen Widerstand. Außerdem erhielten die Mudschahiddin Waffen, u. a. Stinger-Boden-Luftraketen aus den USA, durch welche die sowjetischen Truppen die Luftüberlegenheit über das Land verloren.

Saudi-Arabien, ein „Gottesstaat“, also eine islamistische Diktatur, ist auch heute Bündnispartner der USA, wie einst der Irak unter Saddam Hussein.

Übrigens, ich bin Agnostiker und Atheist, demnach ein „Ungläubiger“ und könnte auf der Todesliste von al-Qaida sein. Vor 500 Jahren hätten Christen mich gefoltert und verbrannt.

Am 24. 12. 2010 in den Zeitungen des Medienhauses Bauer veröffentlicht.

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