Die „Heilige Dreifaltigkeit“ (Aphorismus)

Teufelchen

© Dietrich Stahlbaum

Um an einen dreifaltigen Gott * zu glauben, bedarf es der Einfalt; um einen solchen zu erfinden, eines Mathematikergehirns.

————-

* Gott Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist

 

Ein Gedanke zu “Die „Heilige Dreifaltigkeit“ (Aphorismus)

  1. rochusthal Pro:

    der rumänische philosoph constantin noica, ein freund von emil cioran und mircea eliade, meint genau umgekehrt, dass das mathematisch-philosophische verständnis von dreieinigkeit die geistige voraussetzung für die entwicklung europas zur hochkultur war (noice, de dignitate europae). wenn man bedenkt, was das christliche abendland, wenn man mal krieg und missionierung wegrechnet, hervorgebracht hat, scheint das die these zu stützen. was gotik und renaissance mit einfalt zu tun haben sollen, leuchtet mir nicht ein.
    beste grüße
    rst

    ————————-
    Dietrich Stahlbaum:

    „Für mich ein Beweis, dass das Christentum doch ein Polytheismus ist. Zählt man den Teufel, die Engel und Maria noch hinzu, werden es mehr als drei:-).“ − kommentiert ein Facebook-Freund Lothar Bendig meinen Aphorismus. Auch das ist denkbar, denn christliche Theologen haben vieles aus dem „Heidentum“ und von älteren Religionen übernommen und manches davon uminterpretiert.

    Ebenso haben christliche Missionare und ihre zumeist bewaffneten Helfer ältere Kultstätten zerstört und darauf Kirchenbauten errichtet.

    In meinem Aphorismus geht es aber nicht um die geniale Erfindung der Trinität, sondern um den Glauben an diese „Heilige Dreieinigkeit“. Die „3“ gilt seit jeher als mystische Zahl. Deshalb sollte es nicht überraschen, dass sich auch Theologen der „3“ bedient haben, um den verhältnismäßig toleranten Polytheismus der Griechen und Römer durch den christlichen Monotheismus zu ersetzen und eine religiöse patriarchalische und autoritäre Hierarchie zu begründen. (Geheimnistuerei war stets ein stets ein Mittel der Machtausübung, ein HERRschaftmittel.)

    Das trinitarische Dogma, beim ersten Konzil von Konstantinopel (381 n. u. Zr.) endgültig beschlossen, verhalf in der Tat der Kirche, ihren Einfluss und ihre Macht auf Europa auszudehnen und verhilft ihr, dies auch heute zu behaupten (ideologisch, psychologisch, politisch) − in weniger offener Weise als bis ins 2o.Jahrhundert.

    Gern erführe ich Näheres über Constantin Noicas These, die „dreieinigkeit“ sei „die geistige voraussetzung für die entwicklung europas zur hochkultur“ gewesen. Welcher Begriff und welche Fakten werden dieser „Hochkultur“ zugrunde gelegt? Zählen die von der Kirche heftig bekämpfte philosophische Aufklärung und die Implikationen der neuen Physik etwa nicht dazu? Die zum großen Teil längst untergegangene europäische Hochkultur war doch nicht allein das Produkt der christlichen Dreieinigkeit?!

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