Das Klima und der Faktor MENSCH

Dürre am Lubéron in der Provence/Südfrankreich 1996. Foto © Dietrich Stahlbaum
Dürre am Lubéron in der Provence/Südfrankreich 1996.
Foto © Dietrich Stahlbaum

Kürzlich bekam ich als Antwort auf meinen Leserbrief zum CO2-Streit
[ => http://www.webnews.de/kommentare/406732/0/Zum-CO2-Streit-Leserbrief-an-das-Medienhaus-Bauer-Marl.html ]
zwei Briefe, die ich wie folgt beantwortet habe:

Ihre Beschreibung klimatischer Prozesse ist exakt und plausibel. Daraus lässt sich schließen, dass der Mensch auf das Klima keinen nennenswerten Einfluss hat. Ich denke auch, die Klimarelevanz der anthropogenen CO2-Emissionen wird überschätzt, sehe aber, dass die Pro- und Kontra-Fixierung auf das CO2 die Sicht auf andere anthropogene Faktoren verstellt.

Ich bin seit Anfang der 60er Jahre an ökologischen Fragen interessiert, seitdem auch politisch für den Naturschutz engagiert − bis 1990 bei den Grünen − und kann somit einen verhältnismäßig kleinen Zeitraum von fast 50 Jahren überblicken. Dabei habe ich auf unserer dünnen Erdkruste enorme Veränderungen beobachtet. Zustände um 1988 sind in meinem Essay «ASPEKTE EINER ÖKOLOGISCHEN POLITIK» beschrieben. (Hier im Blog)

Inzwischen ist noch mehr geschehen: Der Mittelmeerraum trocknet aus und versteppt, Wüsten breiten sich aus oder entstehen. Besonders dramatisch ist die Situation in Spanien, Griechenland und in der Türkei.
=> http://www.schrotundkorn.de/2009/200906sp04.php
Das Süßwasser wird knapp:
=> http://www.schrotundkorn.de/2009/200906sp01.php .
Stellenweise ist es vergiftet. Gülle, Pestizide und Industrieabwässer bedrohen Bäche, Flüsse und Seen. Die industrielle Landwirtschaft verursacht ein Artensterben von Pflanzen und Tieren. Die Ostsee leidet unter Sauerstoffmangel. Plastik- und andere anorganische Abfälle verschmutzen die Meere. Fische sterben, Korallen verkümmern. Aquakulturen schädigen in Südostasien die Küstenränder. Durch Umleitung und Aufstauung großer Flüsse und durch künstliche Bewässerung wird das ökologische Gleichgewicht erheblich gestört. Anfangs fruchtbare Böden versalzen und versteppen. In 20-30 Jahren ist der Brasilianische Regenwald verschwunden. In weniger als 20 Jahren danach werden es auch die Sojafelder, die Kaffee- und Obstplantagen sein, denen der Urwald weichen musste: Der Boden ist dann ausgelaugt. Dürre und Hunger in Afrika, z. B. in der Sahelzone. 2007 hingegen gab es dort schwere Überschwemmungen, die Millionen Menschen obdachlos machten. Ebenfalls in China: Dürre- und Hochwasserkatastrophen. Orkane (Taifune, Hurrikane) häufen sich. Wetterextreme sogar in bisher gemäßigten Zonen. Alles „nur“ Folgen der Sonnenaktivitäten, einer Erdachsverschiebung und anderer natürlicher Phänomene? Oder – auch − Folgen der rücksichtslosen Eingriffe des Menschen in die Natur? Das ist schwer zu ermessen.

Zumindest trifft dies für das Mikroklima zu. Ein Beispiel: Wir wohnen am Rande einer mittleren Großstadt, in Recklinghausen-Ost. Gleich hinter unserer Siedlung liegen Felder und kleine Waldstücke. Unser Haus, inmitten dieser Siedlung, hat einen 718 m² großen halbwilden

552. Unser Gartren im Frühjahr

Naturgarten

022.Unser Garten im Sommer

023.Unser Garten im Sommer

15.Unser Garten im Herbst

Unser Garten im Winter

Mit alten, zum Teil hohen Laubbäumen: Wallnuss, Birke, Felsenbirne, Quitte, Apfel, Pflaume und – weithin sichtbar:

Unsere Pappeln

drei Pappeln.

Mit heimischen Sträuchern, Kräutern und Blumen. Das Regenwasser wird aufgefangen und teils in einen kleinen Teich geleitet, teils als Gießwasser gespeichert. Die Einfahrt ist nicht versiegelt. Hier steht unser Auto, 3 Jahre alt, ein Sparmodell. Den Benzinverbrauch habe ich – in dieser Jahreszeit – durch eine entsprechende Fahrweise auf unter fünf Liter senken können (Stadtverkehr!). Der Wagen hat einen Außenthermometer. So kann ich die Temperaturen auf unserem Grundstück und in der Innenstadt bzw. auf dem Adenauerplatz exakt messen und vergleichen. Der Unterschied: je nach Wetter 2°-3° C mehr in der Stadt. Und dies nicht erst nach den städtischen Kahlschlagaktionen.

Man wird das höhere Stadtklima wohl kaum den Sonnenaktivitäten zuschreiben können. Ich denke schon, dass wir das Klima nicht nur unserer Städte, sondern ganzer Erdregionen beeinflussen, das globale Klima sicherlich nicht. Wäre es nicht dennoch zu begrüßen, wenn, obwohl sich ein anthropogener CO2- Effekt als unhaltbar erweist, ökologische Maßnahmen dagegen ergriffen werden? Die Energieeffizienz erheblich gesteigert, der Ressourcenverbrauch drastisch gesenkt und die Gewinnung alternativer, nämlich regenerativer Energien ständig verbessert wird?! Die Grenzen der fossilen Rohstoffvorkommen und des ökonomischen Wachstums in den Industrieländern sind längst überschritten. Dem Zeitalter der Verschwendung muss ein Jahrhundert der Genügsamkeit und rigoroser Sparsamkeit folgen. Andernfalls werden ganze Zivilisationen zusammenbrechen. Ist das Finanz- und Wirtschaftsdebakel für uns nicht ein Warnsignal?

Weitere Beiträge auf der Seite «ÖKOLOGIE» auf meiner Homepage => http://www.dietrichstahlbaum.de

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